Du hast dich für deine erste Breathwork-Session angemeldet, oder du überlegst es gerade. Und irgendwo im Hinterkopf sitzt die Frage: Was passiert da eigentlich mit mir? Hier erfährst du, wie eine Session bei mir abläuft, was du dabei spüren kannst und wann du besser verzichtest. Damit du weißt, worauf du dich einlässt, bevor du auf der Matte liegst.
Was Breathwork ist
Breathwork ist ein Sammelbegriff für Atemtechniken, bei denen du bewusst und aktiv atmest. Ich arbeite mit der Tummo-Atmung. Du atmest in mehreren Runden tief ein und aus, hältst dann kurz den Atem an und lässt ihn wieder fließen. Das klingt einfach und ist es auch. Du brauchst keine Vorerfahrung, keine Yoga-Kenntnisse und keine besondere Kondition.
Der Unterschied zur Meditation: Du sitzt nicht still mit deinen Gedanken und versuchst, an nichts zu denken. Du hast etwas zu tun. Das Atmen beschäftigt den Körper so sehr, dass das Gedankenkarussell oft von allein langsamer wird. Für viele Frauen, die beim Meditieren eher die Einkaufsliste durchgehen, ist das der Moment, in dem der Kopf zum ersten Mal leiser wird.
So läuft deine erste Session ab
Eine Session dauert bei mir 90 Minuten, eine Mini-Session 60 Minuten. Der Ablauf ist immer gleich, damit du dich darauf verlassen kannst.
- Ankommen und verstehen. Ich erkläre dir, was beim Atmen in deinem Körper und deinem Nervensystem passiert und was du spüren kannst. Du kannst jede Frage stellen.
- Aufwärmen. In einer kleinen Atemrunde lernst du Techniken kennen, die dein Nervensystem regulieren, und kommst im Körper an.
- Atmen. Das Herzstück. Du atmest in mehreren Runden, im Sitzen oder Liegen, mit Musik und meiner Stimme als Begleitung.
- Nachspüren. Du atmest wieder ganz normal, liegst ruhig und spürst, was sich verändert hat.
- Teilen, wenn du magst. Wer möchte, erzählt vom eigenen Erleben. Zuhören ist genauso in Ordnung.
Was du dabei spüren kannst
Während der Atemphase kann ganz unterschiedlich viel passieren. Manche spüren ein Kribbeln in Händen und Gesicht, Wärme oder Kälte. Manchmal ziehen sich die Finger leicht zusammen. Gefühle können hochkommen, Lachen genauso wie Tränen, bei manchen auch Bilder oder Erinnerungen. Tummo bedeutet übrigens „inneres Feuer“, weil viele eine deutliche Wärme spüren. Manchen wird hingegen kalt.
Das sind bekannte Reaktionen auf die intensive Atmung, und sie lassen nach, sobald du wieder ruhiger atmest. Du bestimmst dein Tempo. Wird es dir zu viel, atmest du langsamer oder machst eine Pause. Ich bin die ganze Zeit dabei und schaue nach dir, vor Ort und online.
Und manchmal passiert erst mal wenig. Mir ging es bei meinen ersten Sessions genauso: Ich war entspannt, mehr nicht. Auch das ist eine gute Session. Du musst nichts erleben, um es richtig zu machen.
Was du mitbringst
Für eine Online-Session brauchst du eine Matte oder Decke und einen Raum, in dem dich für 90 Minuten niemand stört. Ja, das heißt auch: Handy auf lautlos und vorher kurz Bescheid sagen, dass du gerade nicht da bist. Leg dicke Socken und etwas zum Überziehen bereit, denn manchmal wird es kühler. Iss vorher am besten nichts Schweres. Für Sessions vor Ort sage ich dir rechtzeitig, was du mitbringst, weil das von der Location abhängt.
Wann du lieber verzichtest
Tummo ist eine intensive Atemtechnik und passt deshalb nicht für alle. Verzichte darauf bei Schwangerschaft, Herzerkrankungen, unbehandeltem Bluthochdruck, erhöhtem Augeninnendruck, einem Schlaganfall in der Vergangenheit, Epilepsie, Psychosen und Angststörungen sowie bei Wunden im Gesicht oder am Oberkörper, die noch heilen. Übe Tummo nie im Wasser, beim Autofahren oder im Stehen, weil dir durch die Atempausen kurz schwindelig werden kann.
Wenn du unsicher bist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und gern auch mit mir. Breathwork ergänzt ärztliche oder therapeutische Behandlung und ersetzt sie nicht. Vor deiner ersten Session unterschreibst du eine Teilnahmevereinbarung, in der diese Punkte noch einmal stehen.
Häufige Fragen vor der ersten Session
Kann ich beim Breathwork etwas falsch machen?
Nein. Ich leite jede Runde an und sage dir, wann du ein- und ausatmest und wann die Pause kommt. Wenn du aus dem Rhythmus kommst, atmest du einfach beim nächsten Atemzug wieder mit.
Muss ich in der Gruppe etwas von mir erzählen?
Nein. Am Ende gibt es Raum zum Teilen, und Zuhören ist genauso in Ordnung. Niemand muss etwas sagen.
Funktioniert Breathwork auch online?
Ja. Du sitzt oder liegst bei dir zu Hause auf deiner Matte, ich leite live an und habe dich im Blick. Wichtig ist nur ein ruhiger Raum, in dem dich niemand stört.
Wie schnell merke ich etwas?
Das ist ganz unterschiedlich. Manche spüren schon in der ersten Session viel, andere erst nach ein paar Malen. Wer regelmäßig atmet, kennt den Weg in die Ruhe irgendwann auswendig und findet ihn dann auch im Alltag leichter.
Probier es aus
Am einfachsten startest du online: an jedem ersten Montag im Monat von 12 bis 13:30 Uhr, von zu Hause aus. Vor Ort atmen wir in der Hebammenpraxis Kugelrund in Remscheid, in kleiner Runde mit höchstens 10 bis 12 Frauen. Mehr zur Technik und alle Antworten auf weitere Fragen findest du auf meiner Seite Breathwork erklärt.
Alles Liebe, Jennifer 🌿